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Es ist eine lange Fahrt von Budapest bis nach Sibiu, unserem ersten Ziel auf dem Roadtrip durch Rumänien. Das liegt vor allen daran, dass wir uns in Ungarn die Vignette sparen und uns daher auf Schleichwegen über die Grenze machen. In Rumänien ist die Maut für alle Fahrzeuge verpflichtend und so können wir guten Gewissens auf der Autobahn ordentlich Gas geben um noch vor dem Sonnenuntergang Schutz in unserer ersten Unterkunft Transilvaniens, wie Siebenbürgen heute genannt wird, zu finden.

Kleiner Umweg

Doch einen kleinen Abstecher machen wir noch. In einen Ort mit dem romantischen deutschen Namen Eisenmarkt (rum. Hunedoara). Und der Name scheint Programm, denn die einst zweitgrößte Metallindustrie Rumäniens liegt Heute weitestgehend brach. Während wir der Hauptstraße entlang düsen passieren wir immer wieder Industrieruinen. Der Ort scheint aus Backsteinhaufen und Rost gebaut, hier und da hängen verblichene Firmenlogos von den Gebäuden.

Aber wir sind nicht für einen Stadtbummel hier, sondern um das Schloss der Corviner, wie die Burg Hunedoara auch genannt wird, zu besichtigen.

Ein letzter Blick auf das Schloss

Wie komme ich dort hin

Das Schloss ist von Sibiu aus in weniger als 1,5h Fahrtzeit zu erreichen und liegt nur etwa 20km abseits der Autobahn A1. Nach einer kurzen Fahrt bis an das andere Ende der modernden Industrieruine Eisenmarkt ist das Ziel erreicht. Kostenlose Parkplätze gibt es zum Beispiel in der Strada 9. Mai.

Was gibt es hier zu sehen

Die Felsenburg wurde im 15. Jahrhundert auf Basis bereits bestehender Wehranlagen als Stammburg der ungarischen Adelsfamilie der Hunyadi ausgebaut. Auch Matthias Corvinus, der später König von Ungarn sein sollte, wurde hier geboren.

Im Laufe der Jahrhunderte ging das Anwesen wechselnd in den Besitz der Ungarn, Siebenbürgen, Österreich und später Rumänien über. Natürlich wurde die mittelalterliche Burg dabei auch immer an die jeweils moderne Bauweise mit den neuesten Erkenntnissen von Sicherheit, Stil und Lebensqualität angepasst. Daher weist sie Heute Elemente der verschiedenen Epochen auf.

Die Burg wird von einem Festungsgraben durch den auch ein Fluss verläuft umringt. Daher kann man sie ausschließlich über Brücken erreicht werden. Der Haupteingang führt über eine imposante hölzerne Brücke, die auf Steinsäulen errichtet wurde. An ihrem Ende befindet sich noch eine Zugbrücke, um den Zugang zu versperren.

Vor allem aus dieser Perspektive ist der Anblick spektakulär und beeindruckend.

Trivia: die Burg Vajdahunyad im Stadtwäldchen von Budapest ist weitestgehend ein Nachbau der Burg Hunedoara

Zugang über die Holzbrücke

Heutzutage kann die Burg als Museum und hervorragendes Beispiel vorrangig gotischer Baukunst in Siebenbürgen besichtigt werden.

Über den kleinen Innenhof erreicht man die Wohn- und Nutzräume der Burg. Ich verlaufe mich zunächst entlang der Burgmauern, in deren Innern ich über ein Geflecht aus Treppenhäusern und schmalen Gängen Zugang zu den verschiedenen Türmen der Burg finde.

Innenhof des Schlosses

Viele der Räume sind als Museum originalgetreu eingerichtet und man kann sich ein Bild machen, wie hier früher gelebt wurde. Neben den Wohnräumen findet man auch eine kleine Kapelle, den großen Rittersaal, die Küche und einiges mehr.

So hauste man damals auf der Burg

Damit der Besuch auch größtmöglich authentisch wirkt, erklingt von hier und da Musik auf Mittelalterlichen Instrumenten. Natürlich Live und in passenden Kostümen vorgetragen.

Minnesänger für den mittelalterlichen Charme

Aufgrund ihrer beeindruckenden Architektur dient die Burg immer wieder als Kulisse für Film- und Fernsehproduktionen. Vor allem dann, wenn dem Zuschauer Angst und Schrecken eingejagt werden soll. Daher geben sich Produzenten von Horror-Inszenierungen hier die Klinke. Folgende schaurige Inhalte sind teilweise hier produziert worden:

  • Uwe Bolls BloodRayne
  • Carin Hardys The Nun
  • Die Pro7 Serie 48h Angst
  • Kelly Clarksons Musikvideo zu Don’t Waste Your Time

Die Burg Hunedoara gilt als das größte und schönste gotische Bauwerk im heutigen Rumänien und ist auf jeden Fall eines der Highlights unserer Tour. Jetzt geht es aber erst mal zurück in die Zivilisation, auf nach Sibiu!

Kosten: 31 Lei (ca. 6,50 €)
Dauer: ca. 2h

Na dann viel Spaß!

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