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Van ist eine Stadt im Osten der Türkei und liegt am gleichnamigen Vansee – dem größten See der Türkei. Eigentlich hatte ich an den Ort keine großartigen Erwartungen. Ich bin ja keine Badenixe und auch das Rumlungern am Strand erfüllt mich nicht unbedingt mit Begeisterung. Ansonsten ist Van auch für die armenische Kirche des heiligen Kreuzes auf der vorgelagerten Akdamar Insel bekannt. Soweit so gut. Doch dafür extra einen stundenlangen Umweg im Bus auf mich nehmen?

Ausblick auf den Van See von der Burg aus

Nun ja, ein Zwischenstop in Van auf dem Weg von Doğubeyazıt nach Mardin bricht die lange Fahrt etwas auf, dachte ich. Und dann hatte ich auch noch Glück: in meinem Hotel in Doğubeyazıt treffe ich auf eine Reisegruppe aus Deutschland, die gerade von einer Wanderung auf den biblischen Berg Ararat zurückkam und am nächsten Morgen zum Flughafen nach Van fahren würden. Da sie noch Platz im Bus haben, könnten sie mich einfach so mitnehmen. Eine Fügung des Schicksals, dachte ich mir. Es geht also nach Van!

Und soviel sei schon mal vorab gesagt, ich wurde sehr positiv überrascht!

Wie komme ich dort hin

Anreise mit dem Bus von Doğubeyazıt

Zwar lassen sich keine Busverbindungen auf den einschlägigen Suchmaschinen im Internet finden. Es gibt dennoch laut meines Hotels regelmäßige, direkte Busse zwischen 9 und 16 Uhr. Für die 180km lange Fahrt durch die bergige Landschaft braucht der Bus wohl mindestens 3h.

Anreise mit dem Bus von Mardin

Es gibt mindestens eine regelmäßige Busverbindung vom Mardin Otogar nach Van. Die Fahrt startet 9h30 und dauert planmäßig 7h30 – kann sich aber vor allem aufgrund der Suche nach weiteren Mitfahrern bedeutend hinziehen. Tickets kann man z.B. bei Busbud buchen oder direkt am Otogar kaufen

Was liegt wo

Meine Unterkunft: (Fake-) Van Backpackers Hostel

In Van gab es mal ein Backpackers Hostel – leider ist das scheinbar seit einiger Zeit geschlossen.

Nun schmückt sich scheinbar jemand mit deren Federn – und hat ebenfalls wieder eine Unterkunft unter diesem Namen eröffnet. Allerdings ist es kein Hostel, sondern ein billiges, extrem abgelebtes Hotel. Keiner der angestellten Spricht auch nur ein Wort englisch, es gibt kein WiFi auf dem Zimmer und nachts muss man mit Oropax schlafen, weil die Kakerlaken im Bad so laut krabbeln.

Warum ich dennoch mehrere Nächte dort geschlafen habe? Zum einen war es für dortige Verhältnisse durchaus günstig, denn Backpacker-freundliche Unterkünfte gibt es in diesem Teil der Türkei kaum. Ansonsten Bequemlichkeit: ich war nun mal bereits da und wollte in der Mittagshitze nicht noch mal mit Sack und Pack durch die Straßen laufen, um etwas neues zu suchen. Aber empfehlen kann ich es niemandem!

Preis: 10€/Nacht für ein Doppelzimmer

Und das habe ich hier gemacht

Aufzuchtstation für Türkisch Van (Katzen)

Ja, da kann man schon mal ins Schwärmen kommen!

Die Türkisch Van ist eine charakteristische Katzenart, die sich im Gebirge rund um den Vansee vor tausenden Jahren entwickelt hat. Über die Zeit wurde auch ihr Lebensraum bedroht und die Gattung war quasi vom Aussterben bedroht (Klassiker im Anthropozän, also dem Zeitalter des Menschen). Um dem entgegen zu wirken, wurde eine Zucht- und Forschungsstation an der Universität in Van eingerichtet. Ok, das was man hier vorfindet hat natürlich nur noch am Rande etwas mit der wilden Katze zu tun. Hier züchtet und päppelt man Vertreter dieser Gattung auf, die zum einen ein besonders liebevolles und verschmustes Gemüt haben. Dazu kommt ein schneeweißes Fell und als ob das nicht genug als Kaufentscheidung wäre: eine Heterochromie. Alle Katzen hier haben je ein grünes und ein blaues Auge!

Die Katzen leben in sehr großen und artgerecht gestalteten Käfigen mit vielfältigen Möglichkeiten zum Spielen und Lernen. Die Käfige können nicht betreten werden, als Besucher kann man das Treiben nur von außen beobachten. Doch das lohnt sich auf jeden Fall!

Trivia: weil die Tiere in der Region weiterhin gefährdet sind, steht die Ausfuhr der Tiere unter Strafe. Ich konnte also keiner der vielen Anfragen nachkommen und eine im Rucksack mit nach Deutschland bringen..

Eckdaten

Wie komme ich dorthin:  Das Katzenhaus befindet sich hier. Am erreicht man es mit dem Taxi und fragt nach einer Fahrt zum „Van Kedi Villasi“. Hin- & Rückfahrt sollten ca. 50 Lira (5€) Kosten – am besten direkt eine Wartezeit verinbaren.

Was kostet mich das: Neben der Anfahrt absolut nichts! Spenden sind jedoch herzlich willkommen

Dauer des Besuchs: Das Areal ist überschaubar. Eine halbe, maximal eine Stunde sollte ausreichen, um die Tiere eine weile zu beobachten und Material für die nächste Insta-Story zu sammeln

Wann besuchen: Genaue Öffnungszeiten habe ich nicht gefunden. Am Besten tagsüber zwischen 9h00 und 16h00 hier auftauchen

Burg Hoşap

Die Burg Hoşap und alte Mauern

Ich halte ja gern Ausschau nach Sehenswürdigkeiten etwas abseits der Route und so bin ich auch recht fix auf die Burgruine von Hoşap gestoßen. Die Bilder einer Burg mit hohen Mauern und massiven Türmen haben mich direkt beeindruckt. Sie liegt wirklich weit abseits, 60km östlich von Van, mitten im Nirgendwo. Naja fast, sie liegt mitten an der Hauptstraße, hier gibt es für vorbeifahrende Autos eine Handvoll Shops und sogar ein Café. Und in einem kleinen Dorf hinter der Burg namens Güzelsu leben auch noch ein paar Menschen.

Die Burg auf einem Felsvorsprung direkt an der Straße

Für die Anreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln gibt es im Prinzip zwei Optionen. Die bequemste Variante wäre ein Taxi für Hin- & Rückfahrt mit einer vereinbarten Wartezeit vor Ort. So habe ich es auch schon in der vergessenen Metropole Ani zu Beginn meiner Türkei Reise gemacht. Das ist aber natürlich nicht ganz günstig, mit mindestens 30€ sollte man für den Ausflug rechnen.

Alternativ kann man mit dem Sammeltaxi, also der Dolmus fahren. Das ist wesentlich günstiger (Hin- & Rückfahrt jeweils 15 Lira, also 1,50€). Dafür gibt es eben keine fixen Abfahrtzeiten und man muss ggf. eine Weile an der Straße stehen und auf einen Bus warten. Dem Busfahrer einfach sagen, dass man in Güzelsu, also dem Dorf der Burg Hoşap, raus möchte.

Das Dorf Güzelsu ist noch umgeben von der alten Burgmauer

Als ich angekommen bin, verschaffe ich mir erstmal einen Überblick. Die Burg steht auf einem Felsvorsprung und ist umgeben von vielen kleineren und größeren Hügeln. Die bestehen aus losem Sand und Lehm – man muss also beim Kraxeln etwas vorsichtig sein. Und wie ich so umher irre, kommen zwei neugierige Jungs auf mich zu – Touristen und noch dazu einen Ausländer sieht man hier ja eher selten. Dank Google Translate können wir uns auch etwas unterhalten. Ganz fasziniert sprechen sie in mein Handy und freuen sich, wenn kurze Zeit später eine Computerstimme etwas in meiner Sprache antwortet. Ich bin im übrigen genauso verblüfft, lasse es mir aber nicht anmerken.

Wir laufen gemeinsam zum Eingang der Burg – der leider verschlossen ist. Und es für den Tag auch bleiben wird. Denn die Burg sollte mal restauriert werden und wurde bisher nicht wieder offiziell als Attraktion eröffnet. Mit etwas Glück ist der Schlüsselmeister gerade im Dorf und kann das massive Tor öffnen. Nun ja, ich hatte leider etwas Pech und konnte die Burg an dem Tag leider nicht betreten.

Meine zwei Begleiter vor dem Eingang zur Burg Hoşap

Eine Burg baut man ja nicht ganz zum Spaß, sondern um sich zu schützen. Und das war in dieser umkämpften Region entlang der alten Handelsrouten auch bitter nötig. Die strategisch günstige Lage auf einem Felsvorsprung macht ein Stürmen der Anlage schwierig, da man ja nicht von allen Seiten angreifen kann und zunächst erstmal in voller Montur bergauf hasten muss. Das dachten sich auch schon die Urartäer, die die Grundzüge einer Befestigungsanlage an dieser Stelle bereits im Jahrtausend v.Chr. errichteten.

Ihre heutige Form erhielt die Burg Mitte des 17. Jahrhunderts durch kurdische Fürsten. Und auch in der Zeit danach müssen hier noch einige Konflikte ausgetragen worden sein, wie diverse Einschusslöcher in der Massiven Stahltür am Haupteingang verraten. Leider habe ich dazu keine näheren Informationen finden können.

Einschusslöcher am Haupteingang

Dass ich die Burg nicht betreten kann ist natürlich etwas schade. Aber wie so meist sind solche Gebäude ja von außen beeindruckender anzusehen als von innen. Daher mache ich mich in Richtung der Hügel hinter der Burg auf, auf der auch noch die Mauer vor sich hin modert und schaue mich nach tollen Aussichten um.

Lange suchen muss ich natürlich nicht. Doch bevor ich auf den Hügel laufen kann, werde ich noch von eine Familie in ihr Haus auf eine Tasse Tee eingeladen. Die Gastfreundschaft in diesem Teil der Welt ist einfach fantastisch, ich fühle mich richtig wohl. Wobei es natürlich schon toll wäre, wenn man sich in einer gemeinsamen Sprache unterhalten könnte.

Ausblick über das Dorf Güzelsu und die Burg Hoşap

Nachdem ich erst auf dem kleinen Hügel am den Ruinen eines alten Aussichtsturms war, mache ich mich auf in Richtig des größeren Hügels mit der Mauer, um diese auch noch zu erkunden. Hier treffe ich auf eine Gruppe von Kindern, die mit Spitzhacken den Lehmboden durchforsten nach.. naja so genau weiß ich es nicht,  irgendeiner Art von Wurzeln. Naja auf jeden Fall begleiten sie mich auf meinem Weg nach oben und stehen gern für eine kleine Fotosession mit ihrem Werkzeug vor der Kulisse der Burg Hoşap bereit. Grandios!

Im Anschluss bin ich zur Hauptstraße zurück gegangen und habe auf einen Bus gewartet, der mich zurück nach Van bringt. Das hat mehr als eine halbe Stunde gedauert. Für die Wartezeit gibt es hier in jedem Fall Shops mit Verpflegung, man muss also nicht Unmengen an Wasser aus Van mitbringen!

Männer und ihre Werkzeuge

Eckdaten

Wie komme ich dort hin: Am günstigsten mit der Dolmus. Diese fährt hier ab (Achtung: in Maps.Me ist die Haltestelle fälschlicherweise nördlich der Kreuzung eingetragen – der Bus fährt aber südlich ab, gegenüber des Einkaufszentrums). Dem Busfahrer dann sagen, dass man im Dorf Güzelsu raus möchte. Für die Rückfahrt einfach jeden beliebigen Bus auf der gleichen Straße herbeiwinken – alle fahren nach Van. Die Fahrt dauert je Strecke ca. 45 Minuten.

Was kostet mich das: 30 Lira für die Fahrt. Da die Burg verschlossen war, weiß ich nicht wieviel der Eintritt kosten würde

Dauer des Besuchs: Ich war trotz verschlossener Burg mehr als 2h vor Ort. Vor allem das Kraxeln auf die verschiedenen Hügel nimmt etwas Zeit in Anspruch, außerdem will man ja die Aussicht auch genießen. Dazu kommen je 45 Min für die Hin & Rückfahrt.

Wann besuchen: Öffnungszeiten, die auch verlässlich wären, gibt es leider keine. Der Ausflug lohnt aber auch bei verschlossener Burg!

Die Festung von Van

Direkt am Vansee, am Rand der Stadt, stehen die Ruinen der Festung von Van. Majestätisch sind die Überreste der Befestigungsanlage auf einen Bergrücken gebaut – der ansonsten von flachem Feld umgeben ist. Wie praktisch!

Der Eingang liegt am nördlichen Ende der Burg. Hier gibt es auch einen kleinen Park mit schattenspendenden Bäumen, die zum Picknicken einladen. Von hieraus kann man entweder dem Weg den Berg hinauf folgen und die Festung erkunden. Ansonsten kann man auch dem Fuß des Berges auf der Westseite entlang laufen, um die Überreste des alten Van bzw. Tušpa, der Hauptstadt des historischen Königreiches Urartu, zu besuchen. Da letzteres auch der Weg zum Ausgang ist, hebe ich mir das für den Schluss auf und mache mich zunächst auf den Weg nach oben.

Die Festung Van vom Eingangsbereich aus

Der Weg ist an und für sich entspannt und nicht besonders steil – aber dennoch nicht zu unterschätzen. Es gibt hier keinen Schatten mehr, die Sonne brutzelt mal wieder erbarmungslos auf mein lichterwerdendes Haar. Zwar gibt es oben noch ein paar kleine Verkaufsstände, Getränke sind hier aber wirklich teuer. Also am besten ausreichend Wasser mitbringen!

Errichtet wurde die Festung von den Urartäern um das 9. Jahrhundert v. Chr. herum und ist auch die größte Festung, die das Königreich hinterlassen hat. Allerdings wurde durch die nachfolgenden Herrscher wie Persern, Byzantinern, Ottomanen etc. weiter betrieben und umgebaut. Von der Nordseite aus, neben dem Eingang zum eigentlichen ummauerten Kern der Festung, kann man aber noch einige Teile der originalen Bausubstanz entdecken.

Eingang zum ummauerten Teil der Festung mit Blick auf Tušpa

Auf dem oberen Teil des Festungsgeländes erstreckt sich ein kleines Labyrinth aus wegen, entlang derer man nach belieben herumspazieren kann. Warum Labyrinth? Für mich hat sich nicht so recht erschlossen, wohin die Wege führen. Und mehr als nur einmal dachte ich einen Weg zu einer anderen Ebene entlang des Bergkamms gefunden zu haben – nur um mich plötzlich am Ende des Weges an einer steilen Klippe von mehr als 100m Höhe wiederzufinden. Geländer oder Absperrungen gibt es keine. Daher sollte man stets etwas Vorsicht walten lassen!

Dafür ist die Aussicht auf das weitläufige Gelände grandios. In der einen Richtung der Vansee, der in der späten Nachmittagssonne leicht türkis zu schimmern scheint. Auf der anderen Seite erheben sich die Berge hinter der Stadt Van.

Blick auf Van von der Festung aus

Langsam halte ich die Hitze und die ständigen Sackgassen mit kurzem Schreckmoment ob der hohen Klippen nicht mehr aus und mache mich auf den Weg nach unten.

Unten angekommen freue ich mich über den Schatten der Bäume und die leicht kühle Luft, die dank mehrerer Wasserläufe weht. Ich versuche auf die Westseite zu kommen, um noch mal entlang der zugegebenermaßen wenigen Überreste der Urartäischen Hauptstadt Tušpa zu laufen.

Wirklich ausgeschildert ist hier nichts und ich finde mich plötzlich vor einem Zaun wieder. Ohne Tor. Was soll das denn nun bitte? Muss man etwa einmal um den Festungsberg herum laufen, um auf diese Seite zu kommen? Nachdem ich einen kurzem Moment mit sichtlichen Fragezeichen über dem Kopf vor dem Zaun stehe, geben mir ein paar Leute zu verstehen, dass es weiter dem Zaun entlang ein loses Element gibt. Das kann man zur Seite biegen und sich durch die Lücke auf die andere Seite quetschen. Klasse.

Damit ich mich von diesen Strapazen erstmal erholen kann, lädt mich eine Familie erstmal zu Tee und Snacks ein. Wir unterhalten uns eine Weile, mal wieder per Google Translate, und es gibt überraschend viel zu lachen. Außerdem sind sie erstaunt, wie gut ich mittlerweile Sonnenblumenkerne naschen kann – das ist ja bei uns in Westeuropa gar nicht so üblich und überhaupt nicht so einfach!

Picknick mit einer Familie an der Festung Van

Vom historischen Tušpa ist tatsächlich nicht viel übrig. Einige verlassene Gebäude, Ruinen von Moscheen und vereinzelt stehende Minarette. Wirklich spannend auf dem Weg zum Ausgang des Areals finde ich eine Inschrift auf der Felswand. Sie ist in einer Höhe von etwa 20m über dem Boden am steilen Fels eingraviert und ich frage mich doch wirklich, wie man das damals hinbekommen hat?

Beim Spazieren leicht zu übersehen: die Inschrift des Xerxes I an der Felswand

Urheber der Inschrift sind die Achämeniden, das erste große persische Reich. Genauer gesagt ihr König Xerxes I im 5. Jahrhundert v. Christus Seine Botschaft ist dabei in einer auch heute noch ausgesprochen gut erhaltenen Keilschrift in drei Sprachen verfasst: Alt-Persisch, Elamisch und Babylonisch.

Sinngemäß preist er (lt. Wikipedia) dem Gott Ahuramazda, der die Welt und den Menschen erschaffen hat und Xerxes zum König gemacht hat (das kennen wir doch auch irgendwo her?). Natürlich singt er auch ein Loblied auf sich selbst: was für ein großer Herrscher er doch sei.

Erinnert ein wenig an die vielen Graffiti an Bushaltestellen und Brücken „Kevin war hier“ – nur eben 2.500 Jahre älter.

Inschrift des Xerxes I

Eckdaten

Wie komme ich dort hin: Am günstigsten wie immer mit der Dolmus, allerdings müsste man dazu erst zur richtigen Haltestelle, da nicht alle zur Burg fahren. Wer es dennoch probieren will fragt den Busfahrer nach „Van Kalesi“ (Burg Van). Ich bin aus Bequemlichkeit mit dem Taxi hin gefahren, was auch durchaus erschwinglich und bedeutend schneller war (Preis 40 Lira, ca. 4€)

Was kostet mich das: 12,50 Lira (ca. 1,20€)

Dauer des Besuchs: Mindestens 2h einplanen

Wann besuchen: zwischen 8h und 17h geöffnet. Aber am besten die Mittagssonne vermeiden, denn oben auf dem Berg gibt es kaum Schatten!

Die Kirche zum Heiligen Kreuz

Die Kirche vor einem schönen Hintergrund: See und Berge

Das bekannteste Wahrzeichen von Van ist tatsächlich gar nicht in Van. Die armenische Kirche zum Heiligen Kreuz liegt auf der kleinen Insel Akdamar in der Nähe des Ortes Gevaş etwa 45km südwestlich von Van.

Die Kirche ist Teil eines ehemaligen Klosterkomplexes, welcher ab dem Jahr 915 erbaut wurde. Das Kloster selbst wurde im Laufe des Völkermordes an den Armeniern 1915 zerstört. Deren Schätze geplündert und die Mönche getötet.

Fresken im Inneren der Kirche

Über die kommenden beinahe 100 Jahre verfiel die Kirche. Doch dann entschied sich die türkische Regierung, das Gebäude aufwendig zu restaurieren, um es 2007 als Museum wiederzueröffnen. Heute kann es nach einer kurzen Fährfahrt besucht werden.

Wichtig zu wissen ist vielleicht, dass auf der Insel abgesehen von diesem einen Kirchengebäude nichts weiter zu tun ist. Die Strände bestehen aus spitzen Steinen, kein wahres Badevergnügen in dem öligen Salzsee (ich habe es probiert). Leider ist auch der Hügel hinter der Kirche gesperrt, von dem aus wohl die ikonischen Fotos mit Kirche, See und Bergkulisse geschossen wurden, mit denen der Ausflug überall in der Stadt angepriesen wird.

Die Kirche zum Heiligen Kreuz

Die kleine Kirche selbst ist dann schnell besucht, gefällt mir aber sehr gut. Die aufwendige Architektur beeindruckt mich mit schönen, tiefblauen Fresken im Innenbereich. Die Fassade ist von Ornamenten übersät, die biblische Geschichten erzählen. Wer sich daran satt gesehen hat, kann natürlich noch den Blick über den See und auf die Berge am Festland schweifen lassen.

Und dann geht’s auch schon wieder zurück zur Fähre und zurück nach Van.

Ornamente an der Fassade

Eckdaten

Wie komme ich dort hin: Vom Otogari fahren regelmäßig Dolmus nach Gevaş. Die Fahrt dauert etwa 1h und kostet 10 Lira (ca. 1€). Am besten dem Busfahrer Bescheid geben, dass man nach Akdamar will – er hält dann direkt an der Fährstation. Fähren fahren regelmäßig, die Überfahrt zur Insel dauert etwa eine halbe Stunde und kostet noch mal 25 Lira (ca. 2,5€). Für den Rückweg einfach wieder mit der Fähre ans Festland und an der Straße einen Bus heranwinken – die fahren fast alle nach Van.

Was kostet mich das: Für die Anreise 45 Lira (20 für Dolmus hin & zurück + 25 für die Fähre) | Eintritt kostet 25 Lira. In Summe kostet der Ausflug also 70 Lira (ca. 7€)

Dauer des Besuchs: An- abreise ca. 4h inklusive Wartezeit. Besuch vor Ort maximal 1h.

Wann besuchen: keine Angaben gefunden. Wahrscheinlich zwischen 9h und 16h

Die Reise geht weiter

Wer im Osten der Türkei von hieraus in den Norden reist, hat hier zwei fantastische Optionen. Wer mehr armenische Kirchen und Kultur erleben will, kann zum Beispiel direkt nach Kars fahren und sich die Ruinen der ehemaligen armenischen Hauptstadt Ani anschauen.

wunderschön gelegen: die Kirche Sankt Gregor von Tigran Honent

Auf dem Weg nach Kars lässt sich durch einen kleinen Umweg auch ein wunderschöner Palast im Stil der Seldschuken besichtigen, dafür muss man in den Ort Doğubeyazıt fahren. Von hieraus lässt sich im übrigen auch der biblische Berg Ararat sehen (oder sogar besteigen) – hier soll wohl Noah’s Arche nach der Sintflut an Land gelaufen sein.

Posing vor dem Ishak Pasha Palast

Für mich geht es von hieraus weiter nach Süden – in die Stadt Mardin. Hier kann man einen Sprung in die Geschichte wagen. Denn Mardin liegt im nördlichen Teil Mesopotamiens – der Region, in der wohl die ersten Kulturen entstanden sind. Außerdem lebt ihr eine der ältesten christlichen Glaubensgemeinschaften der Welt: die Syrisch Orthodoxe Kirche.

Eines der ältesten Klöster der Welt: das Zafaran Kloster in Mardin

Na dann viel Spaß!

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